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Ausstellung: Merle Richter "AND ANTS ANY_no.1: on care and chemicals"

Vernissage, Donnerstag 28. September um 19 Uhr

" ... a pristine stew of oil and grease, of cyanide and arsenic, of cadmium, chromium, copper, lead, nickel, silver, mercury, and zinc. I touched this fluid- my fingertip was a bluish caramel color  and it was warm and fresh."   (Sullivan, Meadowlands, 96-97)    

Die Arbeit "AND ANTS ANY_no.1: on care and chemicals" nimmt ihren Ausgangspunkt in einer Anordnung von gläsernen Formicarien, in denen Merle Richter eine heranwachsende Ameisenkolonie angesiedelt hat. In Richters künstlerischer Praxis vermischen sich klassische Arbeitsweisen im Umgang mit Keramik und Fotografie mit wissenschaftsähnlicher Beobachtung und laborhafter Prozessualität. Ihre Werke oszillieren unabläßig zwischen den Polen "kalter" technischer Verfahrensweisen und "warmer" affektbesetzter Taktilität. Sie sind von konzeptuellen, recherchebezogenen, performativen und- was das Skulpturale angeht- ephemeren Momenten geprägt.

Merle Richter wurde 1985 in Bad Schwalbach geboren. Sie studierte zunächst Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Freie Kunst an der Städelschule Frankfurt am Main und an der staatlichen Akademie der bildenden Künste Karlsruhe. 2014 erhielt sie ihre Meisterschülerauszeichnung bei John Bock in Karlsruhe. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Finissage, Samstag 28. Oktober um 18 Uhr.
Im Anschluß an die Finissage findet eine Filmvorführung von "Flipping the stationary car" um 20:30 Uhr statt (weiteres dazu im Program)

Vortrag: "Die Technik als Schicksalsfrage der Moderne" Wilhelm Metz

Freitag, 29. September um 19 Uhr

Die Technik und ihr unaufhaltsamer Fortschritt durchdringen sämtliche Lebensbereiche des modernen Menschen und verwandeln sie einschneidend.
Ein Napoleon-Wort abwandelnd können wir die Technik "als unser aller Schicksal" bezeichnen; über dieses haben namhafte Philosophen tiefgehende Reflexionen angestellt, die im Vortrag dargestellt und diskutiert werden. Martin Heidegger versteht die moderne Technik als ein "Seinsgeschick" und entzieht sie damit der menschlichen Verfügbarkeit. Hans Jonas möchte die ungeheure Macht, die dem Menschen durch die moderne Technik zugefallen ist, mit einer "Ethik der Verantwortung" versehen. Vittorio Hösle sieht das Paradox der Technik, im weiteren, auch die Vor-Moderne einschließenden Sinn, darin, dass ohne sie der Mensch gar nicht zum Menschen geworden wäre, dass aber andererseits die moderne Technik das Ende des Menschen bedeuten könnte.
Der Vortrag stimmt dem Urteil Hösles zu, dass die Technik zu einem "Schlüsselproblem" der Philosophie geworden ist.

oktober 2017

Konzert: Schweben/ Red On

Freitag, 06. Oktober um 20 Uhr

Zwei Projekte aus Nürnberch! Krautiger Nachwuchs, frisch geerntet.  Der Schatten von Manuel Göttsching und Günter Schickert ist lang und erreichte ja bereits Mitte der Nuller-Jahre amerikanische Neo-Kraut und Drone-Projekte wie die Emeralds bzw. Mark McGuire, Expo 70 und andere. Und wie die Tage im Herbst, so wird auch der Schatten länger und legt sich schließlich übers Frankenland.  Da sitzen, über Gitarrenverstärker und entsprechende Effekt-Pedale gebeugt, die beiden Herren, die sich hinter den Projektnamen Schweben und Red On verbergen, und schrauben an ihrer Variante krautiger Psychedelia, minimal erweitert um Elemente aus Drone und Ambient.


Das kennt man, sagt man sich und möchte gähnen - aber woher die Arroganz!? Stecken sie ihr hoch getragenes Näschen ruhig noch mal rein und machen sie die Ohren auf. Es gibt was Neues zu Hören, auch wenn es sich nicht anheischig machen will (warum auch), das vermeintlich Alte zu überwinden. Verfeinerung ist das Stichwort!

Einführungsveranstaltung zu Ivan Illich (IV)

Montag, 9. Oktober um 19 Uhr

In dieser Reihe wird Marianne Gronemeyer eine Einführung in das Leben, das Denken und das Handeln von Ivan Illich geben.
"[...] je mehr ich ihn lese, desto genauer werde ich inne, wieviel gelehrtes Hinterland sich hinter jedem seiner Sätze auftut oder verbirgt. Aber keine Sorge, einen Zugang zu ihm findet man allemal, denn er wendet sich mit seinem Nachdenken an die Erfahrungen und den "gesunden Menschenverstand" vernünftiger Leute. Er argumentiert mit Geschichten, Begegnungen und Erlebnissen und sucht Erhellendes in ganz konkreten Begebenheiten. Das Konkrete ist das Wunder der Wirklichkeit, nach dem sich alle Theorie zu richten hat.
Wir werden kurze Texte von Illich zu dem Thema des jeweiligen Treffens lesen, Illich also selbst sprechen lassen. Gelegentlich werden wir sehen, wie sich seine Haltung zu einem Gegenstand im Laufe seines Lebens verändert hat, und trotzdem erstaunt sein, wie brandaktuell seine Pamphlete der frühen siebziger Jahre sind." Marianne Gronemeyer 

Kleidertausch

Samstag, 21. Oktober um 18 Uhr

Getauscht wird alles von Kleidern über Schuhe, Taschen, Gürtel und Schmuck. Dazu servieren wir Kekse, Bier, Wein oder was ihr mitbringt und natürlich eine ausgiebige Plauderei.  Wir bitten Euch keine abgetragene Kleidung mitzubringen, da diese erfahrungsgemäß nicht mehr getauscht werden kann.

Filmvorführung: "Flipping the Stationary Car"

Samstag, 28. Oktober um 20:30 Uhr

Ein Film von Cornelia Herfurtner, David Iselin-Ricketts und John Allan MacLean mit Merle Richter und Lysander Rohringer.
Wir zeigen den Film zur Finissage der Ausstellung "AND ANTS ANY_no.1: on care and chemicals", die Finissage beginnt um 18 Uhr.

"Flipping the Stationary Car" begann mit einer Inszenierung: In der Residency O-Yo in Zeimiai, Litauen, warfen einige Residents im Sommer 2015 ein von ihren Gastgeber_innen geschenktes Auto um und markierten so eine finale Ankunft, das Ende einer Fahrt, den Abbruch einer Kontinuität. Auf die Kapazität hin, ein Ereignis oder Trauma zu vermitteln sowie eine Art Finalität zu fassen, erproben die Künstlerin_nen verschiedene Ausdrucksmittel: geschriebenes und gesprochenes Wort, bewegtes Bild, Fotografie, Skulptur und Zeichnung. Nach einer Serie von Vorschauen / Detouren - "cadaver", "swan choir of flat tires", "between the lines" und "dirty hands O.B.E." - wird "Flipping the Stationary Car" im Anschluss an die Finissage von Merle Richters Ausstellung "AND ANTS ANY_no.1: on care and chemicals" bei Fragmente gezeigt.

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